GRÖBERHOF Straßwalchen
Wir leben Vielfalt!

Willkommen am Gröberhof in Straßwalchen, den Archehof unserer Familie!

Wir freuen uns, dass Sie uns besuchen. Auf diesen Seiten geht es nicht nur um Lammbraten, Geselchtes vom Wollschwein/Mangaliza oder um Kräuterpädagogik. Biologische Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Regionalität und Saisonales gehören hier genauso zum Inhalt, wie auch die Haltung und Zucht der Nutztierrassen, die vom Aussterben bedroht sind. Sie haben hier die Möglichkeit, den Gröberhof in Straßwalchen kennen zu lernen: Uns selbst und wie/warum wir mit der Natur arbeiten, anstatt dagegen. Unsere Tiere im Stall und auf der Weide und die Bewohner und Pflanzen unserer Gärten - dem Hortus Familiae Futurum und dem Hortus Vividus Silentium - die nach dem 3-Zonen-Prinzip von Markus Gastl bewirtschaftet werden. Weiters werden wir immer wieder über aktuelle Termine und bevorstehende Veranstaltungen informieren.


Wir bieten Frischfleisch von Lamm und Mangaliza - saisonal auch von Puten, Geselchtes, Kübelspeck, Würste, Aufstriche, Kräuterprodukte u.v.m.

Wir halten und züchten hoch gefährdete Nutztierrassen.

Hofführungen am Archehof allgemein und Seminare über Kräuter (von Kräuterwanderungen bis Salbenworkshops) sind bei uns mit Anmeldung möglich.

Wir bieten Verköstigung mit Produkten von unserem Hof für Ihre Geburtstagsfeier, Firmenfest oder Veranstaltung. (Gröberhofs STREETFOOD vom Bauernhof).

Außerdem gibt es zu besonderen Anlässen bäuerliches Kunsthandwerk, wie Tauf- und Hochzeitskerzen, Adventkränze, Palmbuschen u.v.m.

Viele Produkte sind auch in unserem "Vorratskammerl" direkt am Hof erhältlich!


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  • Arche Hof - Was es uns bedeutet

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2019:März | August

2019-08-27

Und da gibt es Momente, da fühlst du dich ganz klein…

Es gibt kaum eine Zeit, die aufregender ist, als das Einbringen von Heu oder Grummet. Es gibt keine Zeit, in der der Adrenalinspiegel höher liegt bei mir und meinem Vater, um die Ernte trocken und fein säuberlich in Ballen gepresst nach Hause zu bringen. Die eine Person zeigt es halt mehr, als die andere.  Aber verständlich. Immerhin gibt es über 100 Mäuler, die im Winter Heu fressen wollen und stets hungrig sind.
Wie immer ist das der Punkt, an dem die in deinem bäuerlichen Dasein der Natur – im speziellen dem Wetter – komplett ausgeliefert bist. Wie ein Nadelöhr, wo du hindurch passen musst. Da wir kleine Landmaschinen haben, um den Boden nicht zu sehr zu pressen und vieles noch mit der Hand machen – aus Achtung der Natur gegenüber – und auf teure, Energie verschlingende Trocknungsanlagen verzichten, sind wir dem Wetter vielleicht noch ein Stückchen näher. Denn es braucht Zeit, zu schneiden, zu trocknen und heim zu bringen.
Wir konnten uns heuer über einen tollen 1. Schnitt freuen, der wirklich reichlich war. Und jetzt ist der 2. Schnitt – das Grummet dran. Ein Festmahl für unsere tragenden Eben, unsere Schafmütter um genug Milch zu geben.
Wie immer wurden mindestens 4 Wetter Apps, verschiedene Wettervorhersagen und Prognosen studiert. Letztendlich bleibt jedoch Vertrauen und ein bisserl Hoffnung, dass es klappt.
Vielleicht hätten wir es als Wink des Schicksals sehen sollen, als an einem unserer Traktoren eine Führung brach und wir das Mähwerk nicht mehr anbringen konnten. Oder die Tatsache, dass sich die 3. Helfende Person am Knie verletzt hatte.
Nein, wir haben gemäht. Der Zeitpunkt der Reife war genau richtig, das Wetter sah gut aus und es passte zwischen die Markttermine genug Zeit, um zu zweit die Hälfte des Grummet einzubringen.
Dann stand ich da, mit meinem Rechen, die Hälfte der Fläche gerade hinter mir, das halbtrockene Grün vom Rand ins Feld zu „putzen“, als der Nieselregen einsetzte. Das geht gleich vorüber, dachte ich mir. Ein paar Tropfen schaden nicht. Als ich letztendlich meinen Heimweg antrat, war ich nass bis auf die Haut. Wer kam eigentlich auf die Idee, jetzt zu mähen? Fragte ich mich im Stillen. Ich selbst…. Shit happens!
Gut, es ist nass geworden. Einen Tag länger zum trocknen und noch mal – viel vorsichtiger – kreiseln und die Ernte am Feld wenden. Am nächsten Tag sah es gut aus, die Sonne tat ihren Dienst und die Oberfläche war bereits trocken. Und meine Nase, die ich tief ins Mähgut steckte, leitete die Botschaft weiter: „Ich bin gut und noch voll von ätherischen Ölen und Inhaltsstoffen. Ich bin teilfermentiert und darum braunstichig, so ähnlich, wie der schwarze Tee, den du trinkst. Und ich werde dir nicht unter deinem Hintern weg faulen, wenn du und dein Vater mich JETZT wenden!“
Gesagt getan. Und siehe da, am Abend lag es da, willig und bereit, am nächsten Tag in Ballen gepresst zu werden.
Als wir zuhause am Küchentisch saßen, um den morgigen Tag zu besprechen, da baute sich doch hinter unserem Rücken ein Wölkchen zu einem Türmchen auf…

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Das Wölkchen entpuppte sich als kleines Spitzchen – so wie beim Eisberg, der im Wasser treibt – und schob sich langsam immer weiter. Und bis zuletzt hoffte ich, es würde sich mit seinem riesigen Anhang, der sich hinter dem Hügel verbarg, einfach verziehen.
Die folgenden Stunden pendelte ich zwischen Küche und Balkon, die Gewitterkarte am Bildschirm meines Handys und verfolgte live und in Natura, wie zwei schwere Gewitterfronten aneinander krachten. Erst sah es so aus, als würden sie sich teilen und genau unser Arbeitswerk in Ruhe lassen. Doch dann kam der heftige Wind, die feuchte Luft, die Dunkelheit und schließlich der Starkregen, der jede Hoffnung zunichte machte. Es gibt Augenblicke, während du aus dem Fenster starrst, als würdest du allein mit Gedankenkraft einen riesigen Schirm über das Feld aufspannen können, wo du dich fragst: Warum? Hab doch immer mein Tellerchen leer gegessen. Doch es bleibt nichts, als zu akzeptieren, dass es so ist, wie es eben ist. Viele Dinge passieren, die wir nicht verstehen – doch nie ohne Grund. Die Hälfte unseres Grummets wurde richtig – ich meine so richtig richtig – in Grund und Boden gewaschen.
[font=Calibri, sans-serif]Ich kann beruhigen – unsere Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner, Enten, Puten werden keinen Hunger leiden. Auch wenn es heuer weniger Grummet ist. Man ist dankbar, dass der 1. Schnitt so gut war. Dankbar, als der Vortag so hitzig war, der Rettungshubschrauber, den du beobachtet hast, nicht auch bei dir und deiner Familie landen musste.  Auch wenn man sich im Moment irgendwie ausgetrickst fühlt und der Stolz etwas angekratzt ist, man wird es überleben. Durchatmen, Kopf heben und mit Fassung tragen. Und da wäre ja noch die andere Hälfte, also noch mal studieren, abwägen… und hoffen. Denn es gibt Momente, da kann man sich wirklich klein fühlen…[/font]

Admin - 06:07:41 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen